Lehrinhalte

DIE LEHRINHALTE AN DER WIENER SCHAUSPIELSCHULE AM PRAYNER

Die Lehrinhalte an der Wiener Schauspielschule am Prayner Konservatorium haben als wesentliches Ziel die Entwicklung einer kompletten Bühnenpersönlichkeit. Das erfordert Sicherheit in der Spielsituation und den Aufbau eines direkten Kontakts zu Publikum wie auch zu Spielpartnerinnen/-partnern. Nur so kann die überzeugende und selbstständige Gestaltung verschiedenster Texte der Weltdramatik gelingen.
Sprecherziehung, Improvisation, Gesangs- und Körperarbeit tragen zur Entwicklung einer selbstbewussten und kreativen Bühnenpersönlichkeit bei. Zahlreiche weitere praktische und theoretische Lehrveranstaltungen ergänzen die Ausbildung.

DEFINIERTE LEHRINHHALTE AN DER WIENER SCHAUSPIELSCHULE AM PRAYNER

BASISUNTERRICHT

In der Eingangsphase des Studiums lernt die/der Studierende, Empfindungen und Gefühle wahrzunehmen, den Körper bewusst zu erfahren, eigene gestalterische Ideen mutig zu erproben und den Bühnenraum in Besitz zu nehmen.

DRAMATIK

Schauspiel geht weit über den eigentlichen Beruf hinaus. Es umfasst vielmehr ganzheitlich die wesentlichen Bereiche des Menschseins und macht sie für das Publikum erlebbar. Schauspiel kann somit als ein Dienst an der Gesellschaft betrachtet werden.
Das zentrale künstlerische Fach Dramatik fördert Begabungen ganz individuell. Dabei stehen unseren Studierenden ausgezeichnete Lehrer mit Bühnenerfahrung zur Seite. Moderne Schauspielmethoden helfen, die Anlagen der Studierenden bestmöglich zu entfalten.
Wichtig ist das handwerkliche Erlernen des Schauspielens. Ohne sicheres Handwerk gibt es keinen achhaltigen Erfolg. Das Ziel der Schauspielausbildung an der Wiender Schauspielschule am Prayner ist das selbstverständliche Zusammenführen von handwerklichem Können und mutiger Kreativität.
Erst diese Synthese ermöglicht schauspielerische Höhenflüge.

ROLLENSTUDIUM

Die Studierenden erarbeiten ein Repertoire von Rollenausschnitten und Monologen für Vorsprechen und Castings.

SZENENSTUDIUM

Die Studierenden arbeiten im Kleingruppen- und Gruppenunterricht an unterschiedlichen Szenen. Ziel ist eine überzeugende Darstellung ihrer Figur, wobei das Zusammenspiel mit den Partnerinnen/den Partnern und die Berücksichtigung  des Bühnenraums wesentlich sind.

ATEM UND STIMME, TEXTARBEIT

Die Sprechausbildung ist ein unverzichtbarer Teil des Werdegangs von Schauspielern. Nur die sichere Abstimmung von Atem, Körper, Stimme, Empfindung und einer situationsangepassten Sprache erzeugen eine kraftvolle, wache Präsenz. Das Sprechrepertoire muss sich von der Bühnenlautung bis zur bühnen- und filmtauglichen Alltagssprache und zum Dialekt erstrecken.
Atem und Stimme schafft Verständnis für die elementaren Prozesse des Sprechens wie Atmung, Lautbildung und Artikulation. Durch Theorie und Übung erreichen die Studierenden ein sicheres und entspanntes Verhältnis zur Stimme, wodurch diese zu einem vielseitigen Ausdrucks- und Gestaltungsmittel wird.
Textarbeit bringt die Begegnung mit unterschiedlichen Textgattungen. Ihre Analyse und Interpretation bildet die Grundlage, mit den unterschiedlichen Formen der Bühnenliteratur und anderen unterschiedlichen Texten arbeiten zu können.
Lesungsprogramme schaffen die Voraussetzung für den sicheren Umgang mit unterschiedlichen Textgattungen.

PROJEKTE UND AUFFÜHRUNGEN

bieten den Studierenden die Möglichkeit, Bühnen- und Auftrittserfahrung zu sammeln.
•  In regelmäßigen Abständen werden szenische Abende veranstaltet. Studierenden aller Jahrgängezeigen im Unterricht erarbeitete Rollen, Szenen, Lieder und Improvisationen. Die Szenenabende finden auf unseren Bühnen vor Publikum statt.
•  Kurzfristig angesetzte Impulsabende gestalten die Studierenden frei.
•  Diplomandinnen/die Diplomanden präsentieren ihr Rollenrepertoire vor Publikum an einem eigenen Abend.
•  Klassen- und klassenübergreifende Projekte und Inszenierungen runden das Spektrum der öffentlichen Auftritte ab.
•  Die Klassen zeigen regelmäßig Eigenproduktionen in unserem Theater im ersten Stock oder auswärts. Dazu zählen etwa Körperarbeit- und     Chorprojekte.
•  Einmal jährlich wird eine bekannte Regisseurin/ein bekannter Regisseur eingeladen, der mit unseren Studierenden ein Theaterstück erarbeitet, das öffentlich aufgeführt wird.
•  Das junge theater im ersten stock ermöglicht den Studierenden der Wiener Schauspielschule am Prayner schon während ihres Studiums Erfahrungen mit Castingsituationen und Auftritten „in freier Wildbahn“.
Tourneen des jungen theater im ersten stock verzeichnen große Erfolge.

IMPROVISATION

beschäftigt sich mit den Grundlagen für die ganzheitliche Arbeit an Rollen und Szenen und schult Beobachtungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Phantasie, gestisch-mimisch-verbale Ausdrucksmöglichkeiten, das Spiel mit Partnerinnen/Partnern und Requisiten.
Die Lehrveranstaltung weckt den Mut, gestalterische Ideen auszuprobieren und das angstfreie und spontane Herangehen an Aufgaben.

KÖRPERARBEIT

Auf der Bühne im Schauspiel ist ein formbarer Körper essenziell. Er muss zulassen, sich in alles zu verwandeln, was eine Geschichte erzählen will. Als Grundvoraussetzung brauchen wir Fitness und Flexibilität, Körpertransparenz und Elastizität. Die Körperarbeit dient somit der Entwicklung von Körpersprache und Körperausdruck. Der Körper soll in der Bewegung seinen Weg zur authentischen Figurengestaltung finden.
Bühnenkampf und Pantomime sind in die Lehrveranstaltung “Körperarbeit” eingegliedert
Bühnenkampf
Um für die Zuschauerinnen/die Zuschauer die glaubwürdige Illusion eines Kampfes zu erzeugen ohne dabei die körperliche Unversehrtheit der beteiligten Darstellerinnen/Darsteller zu gefährden, lernen die Partnerinnen/Partner nicht nur, in einer Choreographie zusammen zu arbeiten, sondern auch, wie sich Menschen beim Kämpfen verhalten.
Pantomime
Darstellende Kunst durch Gestik und Mimik (in die Lehrveranstaltungen “Körperarbeit…” und “Improvisation” eingegliedert).

ENGLISCHE BÜHNENSPRACHE

Der moderne Schauspieler muss inter- und national sein. Er muss in der Lage sein, sich auch fremdsprachige Texte und deren anders geartete Melodik anzueigen. Die schauspielerische Gestaltungskraft soll sich auch in der Fremdsprache durchsetzen. Zusätzlich sollen die Studierenden ihre Kompetenz in der Fremdsprache steigern. Dadurch eröffnen sich im Bereich Film, Fernsehen und Theater vielfältigere Berufschancen.

MUSIKALISCHE STIMMBILDUNG / MUSIKALISCHE ROLLENARBEIT

Im Schauspielberuf gibt es immer wieder Auftritte auf der Bühne, bei welchen musikalische Fähigkeiten vorausgesetzt werden. Jede/r Schauspieler/in muss sich mit der gesanglichen Umsetzung von Texten beschäftigen und ihre Inhalte bühnenwirksam präsentieren können.
Der Unterricht soll die Studierenden befähigen, gesangliche Aufgaben „schauspielerisch singend“ zu bewältigen.
Der Lehrinhalt umfasst Stimmbildung und die Gestaltung von Liedtexten.
Besondere gesangliche Begabungen werden gezielt gefördert.

ENSEMBLE GESANG

Das mehrstimmigen Singen in der Kleingruppe mindert die mitunter vorhandene Scheu, sich gesanglich vor Publikum zu zeigen. Aufeinander Hören, Intonationsübungen und Gruppenstimmbildung gehören zu den Inhalten der Lehrveranstaltung.

THEATERGESCHICHTE

Überblick über alle Theaterformen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Lehrveranstaltung zeigt historische, stilistische und gesellschaftliche Zusammenhänge auf, beleuchtet exemplarisch zentrale Entwicklungen und Persönlichkeiten der Theatergeschichte und stellt einen Zusammenhang mit deren Auswirkungen auf den heutigen Theaterbetrieb her.

THEATERLITERATUR

gibt einen fundierten Überblick über diverse Stile und sprachliche Epochen. Jedes Semester widmet sich prototypisch der Auseinandersetzung mit einem klassischen Theatermotiv in zumindest zwei unterschiedlichen literarischen Umsetzungen.

THEATERRECHT UND BERUFSKUNDE

Da sich die Welt des Schauspielers in den letzten Jahren kräftig gewandelt hat, ist es nötig geworden, über rechtliche Grundlagen Bescheid zu wissen. Die Lehrveranstaltung gibt Einblick in Vertragsrecht und in die Zuständigkeiten in einer Produktion. Die Arbeit der Regieassistenz oder die Arbeit hinter den Kulissen sind weitere Lehrinhalte.

PROJEKTMANAGEMENT

In dieser Lehrveranstaltung liegt der Schwerpunkt auf künstlerischem Projektmanagement, Strategie, Konstituierung/Rechtsformen, Marketing und Finanzierung.

KÜNSTLERISCHES SELBSTMANAGEMENT

vermittelt Kompetenzen für die Eigenvermarktung (Künstlermarke, USP als Künstler …) und schafft das Bewusstsein für die Eigenverantwortlichkeit in der Gestaltung der künstlerischen Laufbahn.

CASTINGTRAINING

Vorbereitung auf Casting- und Vorsprechsituationen, Einübung von sicherem Auftreten bei Castings, Umgang mit “Nein” – Erfahrungen, Unterschiede zwischen Bühne und Set

SCHWERPUNKTE

Ab dem 2. Jahrgang wird Medien oder/und Regie ZUSÄTZLICH als Schwerpunkt gewählt.
MEDIEN (Radio; Video/Film) untersucht an Sets und im Studio die Arbeitsabläufe und künstlerischen Prozesse bei der Kamera- und Mikrofonarbeit und erstellt sowohl professionelles Filmmaterial als auch Tonstudiomaterial. Präsentationsmaterial für Castings und Bewerbungen. Theoretisches Basiswissen ergänzt den Unterricht.
REGIE: Die Praxis steht im Vordergrund. Stil der Darstellung und Inszenierung ist ein durchgängiges Thema innerhalb dieses Schwerpunkts. Die praktische Auseinandersetzung mit historischen und zeitgenössischen Darstellungsformen bildet jene Stilsicherheit aus, die Voraussetzung ist für einen persönlichen Ausdruck in der Kunst. Eigene szenische Konzepte (Lesungen, Sketches…) werden realisiert. Der Abschluss besteht aus der szenischen Umsetzung eines frei wählbaren Stückes.

WAHLPFLICHTFÄCHER

REGIE-EINFÜHRUNG / Workshop

Die Studierenden erarbeiten Vorschläge für die Inszenierung kurzer Szenen, welche der Workshopleiter kommentiert und allenfalls verbessert.

REGIEASSISTENZ

Arbeit als Assistenz bei Projekten, Szenenabenden, Produktionen während des Studiums

RADIO- UND HÖRSPIEL / Workshop

Einführung in die Grundlagen des angepassten Sprechens mit Tipps und Tricks für verschiedene Genres wie Nachrichten, Dokus, Hörbücher, Filmvertonungen, Werbe-, Off-Sprechen…

TV/VIDEO/FILM / Workshop

Erfahrung mit und Training von Situationen vor laufender Kamera, Auseinandersetzung mit den technischen und schauspielerischen Bedingungen der Arbeit vor der Kamera, Kennenlernen der Abläufe bei Filmdrehs…

MASKE UND SCHMINKEN

Theater- und Filmmakeup, typgerechtes Schminken, Techniken, Spezialeffekte

CHOR

Erfahrung im großen Chor, Einpassen der solistisch eingesetzten Stimme der Schauspielerin/des Schauspielers in den homogenen Chorklang, Teilnahme an Chorprojekten.


DER STUDIENABLAUF IM ÜBERBLICK

•  Anmeldung und Aufnahme
•  Vierjährige Berufsausbildung: Erster Abschnitt (1. und 2. Jahrgang) und zweiter Abschnitt (3. und 4. Jahrgang)
•  Jahrgangsprüfungen
Die 1. Jahrgangsprüfung beendet die Studieneingangsphase. Im Anschluss daran erfolgt eine eingehende und ehrliche Beratung über erzielte Fortschritte und vorhandenes Entwicklungspotenzial. Danach findet am Ende jedes Studienjahres eine kommissionelle Prüfung statt, die zur Überprüfung der Studienfortschritte dient.
•  Diplomprüfung mit einem internen Teil vor der Prüfungskommission und einem öffentlichen Auftritt vor Prüfungskommission und Publikum bildet den Abschluss des Studiums.
• Wir bereiten gleichzeitig auf die Bühnenreifeprüfung der Paritätischen Prüfungskommission vor.