Geschichte

GESCHICHTE DER WIENER SCHAUSPIELSCHULE AM PRAYNER

ENTSTEHUNG AUS DER SCHAUSPIELAUSBILDUNG AM PRAYNER KONSERVATORIUM

Die Schauspielausbildung hat am Prayner Konservatorium schon lange Tradition. Die Geschichte der Wiener Schauspielschule am Prayner fußt auf dieser Schauspielausbildung.
Im Jahr 2011 löst sich die Schauspielabteilung aus dem Konservatorium.  Sie nutzt als Neue Schauspielschule Wien administrativ und organisatorisch die Räume in der Expositur des Konservatoriums im 6. Bezirk in Wien. Das Lehrangebot sichert im Bereich der Erwachsenenbildung eine qualitätvolle Ausbildung für den Schauspielberuf.

Ab dem Studienjahr 2018/2019 ändert die Neue Schauspielschule Wien den Namen und heißt nun Wiener Schauspielschule am Prayner Konservatorium.  Damit knüpft sie an die großeTradition des Prayner Konservatoriums an.

Das Prayner Konservatorium des Herrn Mag. Josef Schmid mit Öffentlichkeitsrecht ist eine international renommierte Ausbildungsstätte für Musik und dramatische Kunst in Wien. Die Gündung erfolgte 1905 durch die Musikpädagogin Eugenie Patonay als Musikschule.
1911 übersiedelt das Institut in die Räumlichkeiten der ehemaligen Klavierfirma Ehrbar in der Mühlgasse 28-30 im 4. Bezirk in Wien. Das Gebäude gehört Kurt Steinitz. Früh gibt es hier auch Schauspiel- und Ballettunterricht.

Es folgt eine bewegte Anfangszeit mit großem Studentenandrang. Bald gibt es Erfolgsmeldungen über ausgezeichnete Absolventinnen und Absolventen des Lutwak-Patonay Konservatoriums für Musik und dramatische Kunst.

Bis 1938 ist Kurt Steinitz der Eigentümer der Liegenschaft Mühlgasse 28-30. Nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich flüchtet Kurt Steinitz nach Südamerika. Der Gestapo-Vertrauensanwalt Stefan Lehner arisiert die Liegenschaft Mühlgasse 28-30. 1939 wird zusätzlich das an dieser Liegenschaft eingemietete und betriebene Konservatorium für Musik und dramatische Kunst durch das Ehepaar Regierungsrat Prof. Karl und Margarethe Prayner arisiert.

Während des ersten und zweiten Weltkrieges sind die heutigen Räumlichkeiten Lager- und Vorratsräume. Sie dienen anschließend als Fabrikslokalität und Magazin. Das betrifft auch den Ehrbarsaal. Der berühmte Konzertsaal der Klavierfirma Ehrbar hat um die Jahrhundertwende im Wiener Konzertleben eine bedeutende Rolle gespielt.

Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgt die Wiederherstellung des Konservatorium inklusive der Säle. Die Übertünchungen im Ehrbarsaal werden entfernt und die historisch wertvollen Stuckvergoldungen freigelegt.
Im November 1946 dirigiert Rudolf Marolt im restaurierten Ehrbarsaal  ein Festkonzert der Wiener Philharmoniker.
Der Ehrbarsaal und die kleinen Säle sowie die Unterrichtsräumlichkeiten können danach wieder in gewohnter Weise für den Unterricht verwendet werden.

Nach 1945 anerkennen die Gerichte die Arisierung, die Rückstellung und der finanzielle Ausgleich erfolgen über die Rückstellungskommission. Das Prayner Konservatorium für Musik und dramatische Kunst erhält vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur mit Erlass vom 31. März 1958 das Öffentlichkeitsrecht.

Die Schauspielausbildung bringt auch nach dieser Zwangspause herausragende Persönlichkeiten hervor, darunter Erich Auer, Waltraut Haas, Hilde Sochor, Bert Fortell, Kurt Sobotka, Marianne Nentwich, Günter Tolar, Raimund Lang, Dieter Bitterli, Susanne Fanny Rader, Erich Altenkopf, Birgit Mayr, Cathy Zimmermann, Peter Stacher oder Adem Karadumann. Daran reihen sich Absolverntinnen und Absolventen aus den letzten Jahren wie Eva Klikovits, Andreas Hajdusic, Martin Purth, Kerstin Zinober, Minja Anusic, Dita Hagenhofer, Sandra Pascal, Philipp Limbach, Stella Reinhold, Ursula Leitner, David Jakob, Anne-Sophie König…

In der jüngeren Vergangenheit erfreut sich der Ehrbarsaal wieder großer Beliebtheit im Musik- und im Schauspielbereich mit Auftritten von u.a. Ulrike Beimpold, Anne Bennent, Helmut Berger, Gregor Bloéb, Maria Happel, Nicole Heesters, Elfriede Irrall, Isolde Isokowsky, Andrea Jonasson, Angelika Kirchschlager, Sona MacDonald, Karl Markovics, Karl Menrad, Petra Morzé, Joseph Lorenz, Cornelius Obonya, Elisabeth Orth, Nina Proll, Udo Samel, Martin Schwab, Peter Simonischek, Julia Stemberger, Angela Winkler.

DIE WIENER SCHAUSPIELSCHULE AM PRAYNER

Im Jahr 2011 erfolgt eine Erweiterung des Konservatoriums um einen zweiten Standort in der Mariahilfer Straße 51 im 6. Bezirk in Wien. Neben dem Raumangebot für Musik werden Möglichkeiten für die Nutzung im Bereich Schauspiel geschaffen. Der komplett neu renovierte Standort beherbergt die Wiener Schauspielschule am Prayner Konservatorium.

Für Musik- und Schauspielstudium stehen ein kommissioniertes Theater mit knapp 100 Plätzen, Licht- und Tontechnik, Künstlergarderoben, eine Studiobühne, 4 Probebühnen, ein Spiegelsaal für Körperarbeit, Tanz und Performance sowie Unterrichts- und Übungszimmer zur Verfügung.

Castingagenturen nutzen Theatersaal und Studiobühne gerne für Vorsprechen und Auditions.